Der Bremer Bürgerverein bestand während der Deutschen Revolution von 1848 bis zum Verbot 1852. In Bremen bestanden und bestehen seit 1872 lokale Bürgervereine. Geschichte
Der Bremer Bürgerverein wurde am 17. Januar 1848 gegründet. Ihm gehörten anfänglich 204 Mitglieder an. Der Tischlermeister Cord Wischmann wurde zum ersten Präsidenten des Vereins gewählt. Neben Wischmann waren die Lehrer Christian Friedrich Feldmann und Heinrich Kotzenberg, der Buchdrucker Emil Meyer sowie andere Tischlermeister die führenden Vertreter der Bewegung. Bei der Märzrevolution und der Deutschen Revolution von 1848 und 1849 stellte sich der Verein in Bremen an die Spitze der Revolution. Es bestand ein starker Einfluss der Gesellschaft Euphrosyne, in der zahlreiche demokratische Revolutionäre vertreten waren, auf den Bremer Bürgerverein.
Am 8. März 1848 vertrat der redegewandte Wischmann vor dem Senat der Freien Hansestadt Bremen eine Resolution (auch Märzpetition genannt), die in Bremen neue Freiheitsrechte einforderte. Beachtung fand seine flammende Antrittsrede auf dem norddeutschen Handwerkskongress vom 2. Juni 1848, die sich gegen die preußische Gewerbepolitik richtete und gegen die "Versklavung der Arbeit durch das Kapital". Der deshalb entstandene liberale Bürgerconvent setzte eine Deputation für eine neue Bremer Verfassung ein. Die dann folgende Verfassungsdiskussion wurde aus diesen Reihen stark beeinflusst und die neue Verfassung trat 1849 in Kraft, in der viele der erwünschten Rechte (Grundrechte, Gewaltenteilung, Einfluss der Bürgerschaft als bremisches Parlament) realisiert wurden.
Am 29. März 1849 kamen mehrere Vertreter aus dem Bremer Bürgerverein in die neue Bremische Bürgerschaft. Feldmann wurde im März 1849 zum Mitglied und zum Präsidenten der Bremer Bürgerschaft und 1849 in den Senat der Freien Hansestadt Bremen gewählt.
Die neue, demokratisch gewählte Bürgerschaft, wurde aber bereits im März 1852 durch den Senat ohne Rechtsgrundlage aufgelöst. Nach dem Ende der Revolution verbot 1852 der Senat auch den Bremer Bürgerverein. .